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Pressebericht Oberdinger Kurier zur Verbandsversammlung vom 12.12.2018

12. Dezember 2018

Zeitungsausschnitt des Oberdinger Kurier von Januar 2019 zum Neubau des Wasserwerks
Text des Bildes als Fließtext anzeigen

Verbandsversammlung Wasserzweckverband Moosrain: Neues Wasserwerk in Oberding auf den Weg gebracht
Oberdinger Kurier, 1. Ausgabe, 11. Januar 2019, Seite 8. Für Sie berichtete Bernd Heinzinger.

Zu seiner Verbandsversammlung traf sich zum Ende des vergangenen Jahres der Zweckverband Wasserversorgung Moosrain in seinen Räumen in Oberding. Vorherrschendes Thema war dabei der geplante Neubau des Wasserwerks. Dieser wurde notwendig durch die großen Schäden an der bestehenden Anlage. Der Beton ist marode, die Fenster sind undicht – eine Sanierung wäre nicht wirtschaftlich. Für das neue Wasserwerk wurde eine neue Stelle im Ort gefunden, wo günstigerweise bereits eine Rohrwasserleitung in der Nähe vorbeiläuft.

Es soll eine Aufbereitungsanlage mit vier Kesseln entstehen, neuen Filteranlagen, Maschinenhaus, Rückspülbehältern, Lagerflächen und einer Notstromanlage. Aus dem Trinkwasserspeicher soll das Wasser dann über einen Druckkessel ins Netz eingespeist werden. Insgesamt soll das Hauptgebäude eine Dimension von 30 mal 20 Metern haben, darin eine komplett computergesteuerte Anlage beherbergen. Man könne aber zur Not immer noch von Hand eingreifen, so die beruhigenden Worte bei der Vorstellung in der Versammlung. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage geplant, die etwa 20 bis 25 Prozent des benötigten Stroms covert.

Verbandsvorsitzender Bernhard Mücke betonte, dass vom Landratsamt kein Widerspruch gegen den Neubau mit einer Dimension von etwa 4,6 Millionen Euro Gesamtkosten kam. Fragen gab es von den Verbandsmitgliedern dennoch einige. So etwa, ob es denn einen Objektschutz gäbe. Die Planer betonten dazu, dass alles mit einer Alarmanlage gesichert sei. Insgesamt sind für das Vorhaben zwölf verschiedene Ausschreibungen der Einzelgewerke geplant. Sei das nicht besser zu planen, wurde gefragt. Über ein paar unterschiedliche Ausschreibungen käme man nicht herum, so die Antwort. Man könne sich aber noch unterhalten und sich eventuell nun besser abstimmen. Wie tief geht das Gebäude in den Boden rein, das wollte ein weiteres Mitglied auf der Versammlung wissen. An der tiefsten Stelle des Baus sei man 20 Zentimeter über dem Grundwasser. Bernhard Mücke fügte bei der Antwort hinzu: „Das Ganze ist deutlich höher als beispielsweise das Feuerwehrhaus.“ Zum Zeitplan sagte der Vorsitzende: „Für 2019 sind die Planungen und die Genehmigung vorgesehen, im Herbst sollen die Ausschreibungen erfolgen und Frühjahr 2020 der Baubeginn.“ Die geschätzte Bauzeit betrage beim Wasserwerk dann eineinhalb bis zwei Jahre.

Nach der kurzen Diskussion wurde die Verwaltung einstimmig mit der Einleitung des Baugenehmigungsverfahrens für das neue Wasserwerk Oberding beauftragt. Weil normalerweise bei der Vergabe von Lieferungen und Leistungen bei einem Gegenstandwert im Einzelfall von über 50.000 Euro jedes Mal eine Verbandsversammlung einberufen werden müsste, wurde beantragt, die Befugnis für den Neubau an den Ausschuss zu übertragen. Auch dieser Vorschlag fand ein einstimmiges Votum.

Weiter ging es im Anschluss auf der Tagesordnung mit dem Geschäftsbericht 2017. Dieses Jahr wurde mit einem Verlust in Höhe von 157.000 Euro abgeschlossen. Die Bilanzsumme verringerte sich leicht auf 5,4 Millionen Euro, der Eigenkapitalanteil ebenfalls leicht von 38,7 auf 37,1 Prozent. Dahingegen verringerte sich auch der Stand der langfristigen Schulden von 3,15 Millionen auf 2,96 Millionen Euro. Die verkaufte Gesamtwassermenge fiel im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent niedriger aus, verringerte sich auf 2,24 auf 2,20 Millionen m³. Mit ein Grund dafür war, dass der tägliche Verbrauch je Einwohner auf 165 Liter fiel, der Schnitt ab dem Jahr 2002 belief sich noch auf 179 Liter. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 19.363 Einwohner versorgt.

Die Wasserlieferung an den Flughafen München fiel ebenfalls niedriger aus, sank um 3,4 Prozent von 1,050 auf 1,015 Millionen m³. Die Wasserverluste an den Leitungen konnten im Jahr 2017 nicht verringert werden, stiegen sogar von 7,79 auf 8,97 Prozent. Die Frage kam auf, ob dies an maroden Leitungen liege. Das sei durchaus ein Grund, weil diese teilweise 40 bis 60 Jahre alt wären, so Bernhard Mücke. Bei Baumaßnahmen der Gemeinde würde man für einen Austausch sorgen, insgesamt müsse man sich für die kommenden Jahre aber ein Reha-Konzept überlegen.

Danach gab es den Halbjahresbericht für das Jahr 2018 – die Finanzsituation stellt sich dabei nahezu identisch mit dem Vorjahr dar, wobei ein positives Ergebnis ausgewiesen werden kann. Demnach bestehe Spielraum für im zweiten Halbjahr höher ausfallende Kosten im Bereich des Unterhalts. Die Wasserabgabemenge fiel in den ersten sechs Monaten 2018 erneut niedriger aus, vor allem bei der Liefermenge an den Flughafen gab es eine deutliche Reduzierung. Die Ausgaben für Investitionen fielen deutlich niedriger aus. Einstimmig nahm die Verbandsversammlung den Halbjahresbericht zur Kenntnis und es konnte mit der Haushaltssatzung und dem Wirtschaftsplan 2019 weitergehen. Dieser beinhaltet im Erfolgsplan Erträge und Aufwendungen von je 1.871.000 Euro und im Vermögensplan Einnahmen und Ausgaben von jeweils 868.000 Euro. Der Gesamtbetrag der Kredite zur Finanzierung von Ausgaben des Vermögensplans wurde auf 100.000 Euro festgesetzt, der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben nach dem Wirtschaftsplan auf 250.000 Euro.

Das neue Wasserwerk hat auf das Jahr 2019 noch keine Auswirkungen, erst ab 2020 ist der Finanzplan dann davon geprägt. Auf Basis der Zahlen könne damit gerechnet werden, dass sich die wirtschaftliche Situation des Zweckverbands in 2019 nicht verschlechtere. Deutlich werde dies neben den Zahlen des Erfolgsplans insbesondere auch aus der Aufstellung über die Ermittlung der Eigenfinanzierung und der Schuldenübersicht. Die Schulden sinken planmäßig bis Ende des Jahres von 2,774 auf 2,696 Millionen Euro. Die Verbandsversammlung beschloss einstimmig die neue Haushaltssatzung.

Wie bereits erwähnt gingen die Wasserverkäufe zuletzt leicht zurück, doch mit dem BMW-Testgelände in Aschheim wurde ein neuer Abnehmer für Trinkwasser gefunden. In dieser Sache musste eine Zweckvereinbarung zwischen dem Gemeinsamen Kommunalunternehmen Ver- und Entsorgung München Ost und dem Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain geschlossen werden. Beim neuen Liefergebiet handelt es sich um eine Fläche am nördlichen Ufer des Ismaninger Speichersees. Die Grundstücke befinden sich allesamt im Besitz der BMW AG und sind derzeit durch eine Eigenwasserversorgungsanlage mit Trink- und Brauchwasser erschlossen. Dies soll hinsichtlich der Trinkwasserversorgung geändert werden und zwar durch einen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Ein wirtschaftlich sinnvoller Anschluss sei dabei einzig im Bereich des östlichen Geländekopfes auf dem Gemeindegebiet Finsing möglich, daher die Anfrage an den Zweckverband Moosrain. Um welche Wassermenge es sich dabei handle, wollte ein Mitglied auf der Verbandsversammlung wissen. Insgesamt würden dort derzeit 8.000 m³ benötigt, davon etwa 5.000 m³ Trinkwasser, so die Antwort. Die Kosten der Leitungen auf öffentlichen Grund trage bei diesem Vorhaben der Zweckverband, den Rest die BMW AG. Einer einstimmigen Zustimmung für den Entwurf der Zweckvereinbarung stand nichts im Wege.

Im Artikel abgebildet ist ein Lageplan mit den Beschriftungen „Neuer Standort“, „Brunnengebiet“, „Wasserwerk 1“ und „Zweckverband“.

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