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Folgen unbefugter Wasserentnahmen aus Hydranten

16. September 2019

Pressebericht der Süddeutschen Zeitung vom 15.05.2020: Artikel auf sueddeutsche.de
Pressebericht des Erdinger Anzeigers vom 16.05.2019:

Vorspann des Artikels im Erdinger Anzeiger vom 16. Mai 2019 zu unbefugten Wasserentnahmen
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Oberding – Illegale Wasserentnahmen

Der Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain (ZWM) schlägt Alarm: An Hydranten häufen sich die Fälle illegaler Wasserentnahmen. Das Ganze ist nicht nur eine Straftat, nämlich Diebstahl. Vor allem gerät aber die Gesundheit der Bürger in Gefahr, weil dabei Keime ins Trinkwasser geraten können. ZWM-Chef Wolfgang Haberger berichtete im Oberdinger Gemeinderat von diversen Fällen.

Erdinger Anzeiger vom 16.05.2019, Rubrik „Nördlicher Landkreis“, Kürzel „mas“.

Artikel im Erdinger Anzeiger vom 16. Mai 2019 über Wasserdiebstahl aus Hydranten
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Wasserdiebe gefährden Gesundheit der Bürger
Illegale Entnahmen am Hydranten – Keime könnten Trinkwasserversorgung lahmlegen
Von Markus Schwarzkugler

Oberding – In der Gemeinde Oberding häufen sich Fälle von illegalen Wasserentnahmen an Hydranten. Abgesehen vom Straftatbestand Diebstahl bringt das noch eine weitaus schlimmere Folge mit sich: Die Gesundheit der Bürger wird jedes Mal in Gefahr. „Es geht um unsere Wasserqualität“, sagte Wolfgang Haberger, Vorsitzender des Zweckverbands zur Wasserversorgung Moosrain (ZWM) am Dienstag im Oberdinger Gemeinderat.

„Wir sind verpflichtet, alles zu tun, um das Wasser von Krankheitserregern freizuhalten“, erklärte Haberger. Doch die Wasserdiebe gefährden diese Zielsetzung immer wieder aufs Neue. Bei jeder unsachgemäßen Entnahme aus Hydranten könne das Trinkwasser kontaminiert werden, so Haberger. Er berichtete von mehreren dokumentierten Fällen, der jüngste war erst vor zwei Wochen: Eine Kanalreinigungsfirma hatte in Eicherloh (Gemeinde Finsing/Mitglied im ZWM) beim Spülen von Durchlässen am Hydranten angezapft. Weiterer Fall: Wenige Tage zuvor sei sich ein Bürger bei der Gemüsebewässerung „keiner Schuld bewusst gewesen“. Niederding war Tatort im September 2018, als sich eine Kanalspülfirma unerlaubterweise bediente.

Auch im Gewerbegebiet Schwaig und für die Bewässerung von Grünanlagen an der Oberdinger Schule wurde schon illegal angezapft, wusste Haberger zu berichten. Und an der Hauptstraße in Oberding habe im Mai 2017 eine Firma mit Teerschneidegerät ihr Wasserfass am Hydranten aufgefüllt.

Die Diebe bringen das Wasser zum Verschwinden: „Aufgedreht, und rein in den Behälter, der mit Sicherheit nicht rein ist“, schilderte Haberger das Vergehen. Ein Rohrbruch, das Wasser wird zurückgesaugt – schon seien Keime im Wasser.

Unsachgemäße Entnahmen dokumentiere der ZWM. Er beginne sofort mit einer Spülung, so der Vorsitzende. Dann würden Wasserproben genommen. Bei allen aufgezählten Fällen seien diese gut ausgefallen, nur nicht bei dem in Eicherloh. Der Verband sei in Kontakt mit dem Gesundheitsamt gestanden, und erst nach dem zweiten Spülen habe man „gottseidank Grünes Licht geben können“.

Haberger verwies auf einen Fall in Düsseldorf, der nicht so glimpflich ausging: Die Trinkwasserversorgung an einer ganzen Straße habe dort für drei Wochen wegen der Keime gesperrt werden müssen. Um so etwas zu vermeiden, müsse man an Hydranten mit Systemtrennern vorgehen, die die Trinkwassergüte sichern.

Klar ist: Jeder darf sich an den Hydranten bedienen, aber nur, wenn er sich anmeldet und brav zahlt. Der ZWM verleiht Standrohre mit Wasserzähler und Systemtrenner. Der Kubikmeter kostet 77 Cent, hinzu kommen 120 Euro Bearbeitungsgebühr und 500 Euro Kaution.

Haberger bat, verdächtige Wasserentnahmen aus Hydranten dem ZWM zu melden. Da eine Straftat und eine „Gefährdung der Volksgesundheit“ – so der Überbegriff – vorliegen, schreckt der ZWM vor Anzeigen nicht zurück. „Es hat sich bei manchen so eingebürgert, dass man sich kostenlos bereichert“, sagte Bürgermeister Bernhard Mücke. Es sei „kein Spaß, wenn du den Leuten das Wasser absperren musst“. Das Ganze ist laut Haberger nicht nur Oberding betreffend. Der Verband versorgt auch die Gemeinden Eitting, Moosinning, Finsing und Neuching.

Bildunterschrift: „Tatort Gewerbegebiet Schwaig: Hier bediente sich jemand im Juli 2018 illegal am Hydranten.“ Foto: Zweckverband zur Wasserversorgung Moosrain.

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